Just two wheels

Schwarze Madonna

4. September 2021

Teisendorf-Neukirchen

Eigentlich wollten wir ja schon gestern in Teisendorf-Neukirchen ankommen, denn dann hätten wir in einem Gasthaus übernachten können. Da das nicht geklappt hatte, erhobenwir uns morgen aus unserem Zelt und müssten noch knapp 20 Kilometer fahren, bis wir das südlichste Neukirchen der Reise erreicht hatten.
Leider war die Person, die uns eigentlich den Ort zeigen wollte, bei unserer Ankunft schon arbeiten, und so erkundeten wir den Ort alleine.

Bild von Ausblick über die Alpen
Ausblick über die Alpen

Unser Basislager hierfür schlugen wir neben einer kleinen Bäckerei auf, wo wir uns mit Proviant für den Morgen eindecken und das Nässe Zelt trockneten. Dann machten wir uns auf, Neukirchen zu erkunden. Der Ort besteht aus vielen, typisch bayrischen (Ferien?)Häuschen. Im Zentrum befindet sich eine schöne Kirche, die neben einigen anderen katholischen Kirchen fast schon zurückhaltend eingerichtet ist. Außerdem findet man einen Gasthof, und auch sonst so ziemlich alles, was man als Tourist braucht.

Bild von Wir, Berge, Neukirchen
Wir, Berge, Neukirchen

Das wirkliche Highlight der Stadt ist aber der wunderschöne Blick über die Alpen, den wir hier ein letztes Mal aus nächster Nähe genießen konnten. Nachdem wir das ausgiebig getan hatten, das Zelt getrocknet war, die Ladegeräte in der Bäckerei aufgeladen waren, ein seltsames Gespräch mit einem Neukirchener Liegeradfahrer absolviert und eine Unterkunft über Couchsurfing für den Abend organisiert war, machte wir uns auf, das nächste Neukirchen zu besuchen. Jetzt wieder nach Norden: Der Nachteil ist, dass man die Alpen nicht mehr sehen kann, der große Vorteil, dass die Sonne nicht mehr ins Gesicht scheint.

Bild von Zentrum von Neukirchen am Teisenberg
Zentrum von Neukirchen am Teisenberg

Kirchweidach-Neukirchen

Zweieinhalb Stunden Fahrt (und Pausen) später, der Tag ist immer noch fast wolkenlos und heiß, erreichten wir Neukirchen an der Alz, das zu Kirchweidach gehört. Spontan, und wegen schlechter Planung meinerseits auf dem Festnetz, hatte ich am Morgen noch den Bürgermeister Robert Moser erreicht. Als begeisterter Radfahrer wollte er uns treffen und zeigte uns den kleinen Ort Neukirchen. Dieses Neukirchen, wie so viele in Bayern, bestand nur aus ein paar Häusern, Höfen, dem Gebäude der Feuerwehr und eben der namensgebenden Kirche.

Bild von Angekommen in Neukirchen an der Alz
Angekommen in Neukirchen an der Alz

Wir schauten uns also die kleine Kirche an, ich freute mich an dem schön blühenden Garten vor der Kirche, und wir unterhielten uns mit Herrn Moser über das (Liege-)Radfahren und die Herausforderungen der Lokalpolitik, als sich der winzige Platz vor der Kirche plötzlich füllte: die Jugendfeuerwehr machte einen Ausflug, und erstaunlich viele Menschen waren plötzlich auf dem Platz.
Da wurde dann natürlich auch noch mal das Fahrrad bestaunt, bevor wir weiterfahren konnten.

Bild von Die Kirche in Neukirchen an der Alz
Die Kirche in Neukirchen an der Alz

Doch vor der tatsächlichen Weiterfahrt mussten wir noch den "Aussichtspunkt Neukirchen" besuchen, von wo man an guten Tagen ohne Saharasand große Teile der Alpenkette hinter Neukirchen sehen kann. Natürlich hatten wir Saharasand, und so sahen wir nur ein paar kleinere Berge im Vordergrund - trotzdem schön!

Bild von Blick auf ganz Neukirchen
Blick auf ganz Neukirchen

Altötting

Weiter fuhren wir dann über Unterneukirchen nach Altötting, wo wir bei Claudia per Couchsurfing unterkommen durften. Claudia zeigte uns dann auch gleich nach Ankunft und lang ersehnter Dusche die Stadt Altötting mit der Gnadenkapelle mit schwarzer Madonna. Als wir ankamen war gerade Klostermarkt; dort aßen wir gemütlich zu Abend und begucken uns dann die eindrucksvolle Kapelle. Alle Außen-und Innenwände waren voll mit Bildern von Heilungen, innen waren zwei Schaukasten mit Geschenken aus aller Welt. Wir waren, ohne es zu wissen, in einem sehr bekannten Wallfahrtsort gelandet!

Bild von Pah! Langweilig! Unterneukirchen!
Pah! Langweilig! Unterneukirchen!

Am Abend war dann sogar noch eine Lichterprozession um und in die Kapelle, wo wir nicht mitmarschiert sind. Wir haben uns das Prozedere aus sicherer Entfernung beguckt und sind dann, quasi als Alternativprogramm, einfach Eis essen gegangen. War auch lecker!
Nach der Rückkehr in die kleine Wohnung unterhielten wir uns noch ein bisschen, bevor Tilman und Claudia schlafen gingen und mich, schreibend, zurückliegen.

Bild von Klostermarkt im Vordergrund, zahlreiche Kirchen im Hintergrund!
Klostermarkt im Vordergrund, zahlreiche Kirchen im Hintergrund!

Um diesen unverschämten Umstand nicht länger als nötig erleiden zu müssen, schrieb ich dann auch gestern nur einen Artikel, womit ich beim Schreiben immer noch einen Tag hinterherhinke.
Auch heute, also einen Tag später, schaffe ich nicht beide Artikel - ich kann ja schon mal vorwegnehmen: wir sind richtig viel gefahren und sehr spät angekommen, dementsprechend spät ist es im Moment.
Am Montag haben wir einen entspannteren Zeitplan, da werde ich versuchen wieder auf den neuesten Stand zu kommen!